Description
Nur wenige Sinnbilder haben die Geschichte des Schmucks so beharrlich durchzogen wie der Skarabäus. Für die alten Ägypter verkörperte er Khepri, den Gott der aufgehenden Sonne und der täglichen Erneuerung; geschnitzte Käfer dienten zugleich als schützende Amulette und als Siegel der persönlichen Identität, wurden ihren Besitzern ins Grab gelegt oder zu Lebzeiten als Talisman gegen Unheil getragen. Dieses symbolische Gewicht erklärt, warum das Motiv im Europa des neunzehnten Jahrhunderts so nachdrücklich wieder auftauchte, als archäologische Entdeckungen in Ägypten eine anhaltende Mode für die Wiederbelebung seiner Bildwelt im feinen Schmuck auslösten — eine Strömung, die nie ganz verschwunden ist.
Hier ist der Käfer unmittelbar in ovale Cabochons aus Lapislazuli geschnitten, wobei der gerippte Rücken, der Kopf und die Flügeldecken allesamt im Stein selbst herausgearbeitet und nicht als separate Elemente aufgesetzt sind. Jede Schnitzarbeit sitzt in einer schlichten Zargenfassung aus 18 Karat Gelbgold — eine Fassungsart, die gerade deshalb gewählt wurde, weil sie den Stein hält und schützt, ohne der Schnitzarbeit in die Quere zu kommen. Der Lapis zeigt das charakteristische tiefe Blau des Minerals, hier und da belebt von kleinen Pyriteinschlüssen — dem natürlichen Kennzeichen für Material guter Qualität.
18 Karat Gelbgold und Lapislazuli sind keine beiläufige Verbindung, sondern genau jene, die schon die antiken Quellen bevorzugten, und der Grund, weshalb die Kombination noch immer maßgeblich und nicht bloß dekorativ wirkt: Die Wärme des hochkarätigen Goldes verstärkt die Kühle des Blaus und umgekehrt. Mit rund anderthalb Zentimetern Breite bleibt das Paar in seinen Maßen alltagstauglich und ist nicht besonderen Anlässen vorbehalten.
